Rentenerhöhung – Kein Grund zur Freude, denn der Fiskus hält ordentlich die Hand auf

Rentenbesteuerung
Besteuerung von Renten

Auf den ersten Blick sind Rentenerhöhungen für jeden Rentner eine erfreuliche Nachricht, wenn da nicht der Fiskus ordentlich mitverdienen würde, denn Rentenerhöhungen führen für viele Rentner zur Steuerpflicht und/oder sogar zu einer Steuernachzahlung. Grund dafür ist, dass jede Rentenerhöhung in der Regel den steuerpflichtigen Rentenanteil erhöht, so dass eine höhere Rente auch zu einer höheren Steuer führt. Da der Steuertarif in den letzten Jahren nicht stark genug an die Inflation angepasst wurde, bleibt von einer Rentenerhöhung oftmals nicht mehr viel übrig.


Praxis-Wissen: Durch die Erhöhung der gesetzlichen Rente zum 1. Juli 2016 rutschten 160.000 Rentner in die Steuerpflicht. Allein durch die Anhebung der Rente zum 1. Juli 2017 um 1,9% im Westen und um 3,6% im Osten rechnet der Fiskus für 2017 mit Steuermehreinnahmen von rund 205 Mio. Euro (Quelle: Bund der Steuerzahler).  Nach Abzug von Steuern, Krankenversicherung und Kosten für Miete und Nebenkosten bleibt dann von der Rente nicht mehr viel übrig. Daher benötigen Rentner keine neuen Sozialversprechen, sondern eine Reformierung der Rentenbesteuerung und eine tatsächliche Anpassung des Steuertarifs an die Inflation.


Praxis-Tipp: Haben Sie Fragen wie sich der steuerpflichtige Rentenanteil ermittelt, dann lesen Sie hier weiter.

 

Der Fiskus macht selbst vor Senioren nicht Halt

RentenbesteuerungSpätestens seit dem Jahr 2005 mit Einführung des Alterseinkünfte-gesetzes gelten für Rentner neue Steuerregeln. Danach werden Rentner im Laufe der Jahre beginnend mit 2005 bis 2040 stärker zur Kasse gebeten. Je später die Rente beginnt, desto mehr Rente muss versteuert werden. Während bei Rentnern mit Renteneintritt 2005 oder früher die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit 50% besteuert wurde, unterliegen Renten mit Rentenbeginn 2017 einer Besteuerung von 74%. Ab dem Jahr 2040 werden Renten dann zu 100% besteuert, einen steuerfreien Anteil wird es nicht mehr geben.


Praxis-Hinweis: Wer allerdings glaubt, dem Finanzamt entkommen zu können, der täuscht. Das Finanzamt kennt die Höhe Ihrer Renten, da die gesetzliche Rentenversicherung aber auch andere Versicherer dem Finanzamt in einer Rentenbezugsmitteilung die Höhe Ihrer Renten mitteilt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wird.


So viel gesetzliche Rente bleibt 2017 bei einer Jahresbruttorente von 21.600 steuerfrei…

Rentenbesteuerung 2005 bis 2017

 

Scheidungskosten ab 2013 nicht mehr abziehbar – BFH entscheidet zu Lasten der Steuerbürger

ScheidungDer BFH hat zum Ärger vieler Steuerbürger ein Machtwort gesprochen. Danach fallen Kosten eines Scheidungsverfahrens unter den Begriff „Prozesskosten“. Kosten für die Führung eines Rechtsstreits, demnach Prozesskosten, sind seit 2013 vom Abzug grundsätzlich ausgeschlossen, es sei denn, es  handelt sich um Aufwendungen ohne die der Steuerpflichtige Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse in dem üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können.

Diese Grundvoraussetzung für die Abzugsfähigkeit ist nach Auffassung des BFH nicht erfüllt, denn ein Ehegatte erbringt die Aufwendungen für ein Scheidungsverfahren regelmäßig nicht zur Sicherung seiner Existenzgrundlage und seiner lebensnotwendigen Bedürfnisse (BFH, Urteil vom 18.05.2017, Az VI R 9/16). (https://pixabay.com/)


Service: Hier können Sie das Urteil nachlesen.

Aktuelle Rechtslage: Erschließungsbeiträge für den Straßenausbau als Handwerkerleistung absetzen

Neues Klageverfahren sorgt für Hoffnung bei Hauseigentümern. Ein Ehepaar aus Brandenburg will das mit einer Klage beim dortigen Finanzgericht (FG) erreichen. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat mitgeteilt, dass er die Klage unterstützt.

Hier den kompletten Sachverhalt nachlesen. (https://pixabay.com/)

Erschließungskosten


Praxis-Tipp: Betroffene Hauseigentümer sollten die Erschließungsbeiträge für den Straßenbau auch dann in der Einkommensteuererklärung angeben, wenn der Ausbau von der Gemeinde durchgeführt wird. Werden die Kosten nicht akzeptiert, dann legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie das Ruhen des Verfahrens. Zur Begründung können Sie verweisen auf

  • die Musterklage des BdSt mit dem Az. 3 K 3130/17 und
  • den beim BFH anhängigen Musterprozess (Az. VI R 18/16)

Unterbringung im Pflegeheim

Das FG Köln hat mit Urteil vom 26.01.2017 einen Leitsatz aufgestellt, was die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim als außergewöhnliche Belastung betrifft. Dahingehend fallen alle Aufwendungen für die krankheitsbedingte Unterbringung von Angehörigen in einem Altenpflegeheim unter § 33 EStG, dagegen die Aufwendungen für deren altersbedingte Unterbringung unter § 33 a Abs. 1 EStG. Ein Wahlrecht besteht nicht. Wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge der pflegebedürftigen, heimuntergebrachten Person, die diese für ihren Unterhalt einsetzt, sowohl über dem Regelsatz des SGB XII als auch über 8.004 Euro sind, dann ist bei Anwendung des § 33 EStG eine Haushaltsersparnis nicht zu berücksichtigen. https://pixabay.com/ 

Steuerhilfe Bremerhaven
Unterbringung im Pflegeheim